Über Menschen und ihre Hunde: Helfer, Heiler, Monster


Hunde haben einen positiven Einfluss, sie stärken das Wohlbefinden und machen gesund. Sie halten uns mit Spaziergängen fit, durch sie kommen wir mit anderen Menschen ins Gespräch und bauen eine Verbindung zur Natur auf. Hunde helfen Menschen, mit der Welt in Kontakt zu kommen.



Der Hund: Spiegel der Seele

Hunde zeigen uns, wer wir sind. Sie spiegeln unser Verhalten, unsere Stimmung, Vorlieben und Abneigungen - und auch unsere Beziehung zu ihnen. Von Hunden können wir zudem lernen, Emotionen offen und ehrlich zu äußern.


Partner und Statussymbol

Es gibt kaum ein Tier, das so häufig missverstanden wird wie der Hund. Er ist Partner und Freund, aber auch Statussymbol und Aggressionsableiter. Für viele Menschen ist er eine Projektionsfläche ihrer Wünsche und Hoffnungen. Manchmal müssen Hunde einfach funktionieren, in Wettbewerben Pokale holen oder Züchtern zu Ruhm verhelfen. Dabei sind Hunde komplizierte Lebewesen mit hoher sozialer Intelligenz, die eigene Bedürfnisse haben.


Helfer auf vier Pfoten

Hunde sind aber auch vielseitige Helfer als Rettungshunde, Blindenhunde, Jagdhunde, Schlittenhunde, Wachhunde, bei der Suche nach Vermissten, Sprengstoff oder Drogen.

Vom Arbeits- zum Familienhund

Das Zusammenleben von Menschen und Hunden ist in den vergangenen 100 Jahren komplizierter geworden. Erst hatten Haushunde meist spezielle Aufgaben als Jagd- oder Wachhund, dann waren sie plötzlich Familienmitglieder und sollten sich möglichst angepasst verhalten. Die Überforderung der Hunde zeigte sich in vielseitigem Problemverhalten.

Hunde kennen keine Moral

Besonders das Übertragen von menschlichen Gefühlen auf Hunde sorgt in vielen Fällen für Probleme. Denn Hunde sind zwar Persönlichkeiten, haben aber keine Vorstellung von Moral oder anderen komplexen Zusammenhängen. Hunde handeln vor allem biologisch sinnvoll.

Bedürfnisse des Hundes

Was will der Hund beim Menschen? Vor allen anderen Dingen: Leben in der sozialen Gruppe, das war das wichtigste Ziel der Selektion. Eine ausschließliche Zwingerhaltung wird den Bedürfnissen also in keinem Fall gerecht. Hunde brauchen Kontakt zu Menschen und Artgenossen. Sie wünschen sich Bindung und Nähe, sie brauchen Sicherheit und Routinen, Verlässlichkeit und Vertrauen.


Die Hund-Mensch-Beziehung

Was ist wichtig im Zusammenleben von Zwei- und Vierbeinern? In der Beziehung geht es nicht um Hörigkeit, sondern darum, Kompetenzen und Handlungsspielräume zu klären. Soziale Regeln bedeuten auch Grenzen, die gelernt und akzeptiert werden müssen. Dabei soll der Mensch hundlich denken, denn der Hund ist mit "Menschsein" völlig überfordert. Wichtig sind für ihn Souveränität, Ruhe und Übersicht.


300 Rassen, bunte Hunde

Keine Tierart hat eine so große Variabilität wie der Hund. Langes oder kurzes Fell, verschiedene Farben, federleicht oder ziemlich schwer. Weit über 300 Rassen sind von der Weltorganisation Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Die meisten Züchter bemühen sich um gesunde Hunde und achten auf die Bedürfnisse ihrer Tiere. In der Zucht spiegelt sich aber auch unsere perverse Lust, absichtlich Krüppel zu erzeugen.


Kranke Monster

Zuchtprogramme verfolgen nicht das Ziel, den Hund optimal an das häusliche Leben anzupassen, sondern legen vor allem optische Kriterien fest, die dann in Ausstellungen bewertet werden. Zumindest bei Arbeitshunden spielen aber auch Fähigkeiten und Körperbau eine Rolle.

Dennoch: Allzu oft verursachen strenge Zuchtvorgaben erheblichen Schaden und produzieren kranke Hunde, regelrechte Monster mit genetisch fixierten Krankheiten.

Die selektive Zucht hat zudem oft eine verheerende Wirkung auf die Verständigung der Hunde untereinander, die mit verkürztem Kiefer, kupierten Ruten, vielen Falten oder viel zu langem Fell manche Signale gar nicht mehr oder nur noch undeutlich zeigen können.

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