Rehabilitation, Hundetherapie, Verhaltensberatung

PLAY BOW e.V.    Hilfe bei auffälligem Hundeverhalten mit positiver Psychologie für Mensch & Hund


VERSTEHEN - Verhaltensbiologie

Am Anfang jeder Beratung stehen eine ausführliche Anamnese und wissenschaftliche Verhaltensanalyse. Entscheidend ist eine individuelle Betrachtung, denn trotz Rasse oder enger Verwandtschaft: kein Hund ist wie der andere, jeder hat ein einzigartiges Gehirn. 

Hunde zeigen in bestimmten Situationen nach bestimmten Auslösern ein bestimmtes Verhalten. Den auffälligen, ängstlichen oder aggressiven Hund gibt es ebenso wenig wie den Problemhund.

Ein Hund verhält sich biologisch sinnvoll, zweckorientiert und situativ, er versucht immer, seinen Zustand zu optimieren. Sein Verhalten wird wesentlich von zwei Zielen bestimmt: Angenehmes erreichen, Unangenehmes vermeiden.

Viele Hunde sind überfordert

In vielen Fällen der Verhaltensberatung geht es nicht um echte Störungen oder eine Krankheit. Oft zeigt ein Hund auffälliges Verhalten, weil seine Anpassungsfähigkeit überfordert ist. Er versucht sich in seiner Umwelt, die nahezu vollständig vom Halter kontrolliert wird, zurechtzufinden. Es ist oft die Umwelt, die unerwünschtes Verhalten erzeugt. Oder er zeigt normales, hundliches Verhalten, das aber als störend empfunden wird.

Stress macht krank

Stress ist die häufigste Ursache auffälligen Verhaltens. Konflikte, Unsicherheit, Verlust, Schmerzen, Überforderung, Unterforderung oder gravierende Veränderungen: Die Stressursachen sind vielfältig und können unter ungünstigen Umständen zu körperlichen und psychischen Erkrankungen führen – wie zum Beispiel Aggressionen, Angst, Furcht, Phobien, Hyperaktivität, Stereotypien oder einem gestörten Fress- oder Trinkverhalten.


VERARBEITEN - Psychologie

Auffälliges Verhalten zu verstehen, ist der erste Schritt zu einer Veränderung. Halter haben einen großen Einfluss darauf, was ein Hund lernt und wie er sich verhält. Dabei spielen Stimmungen und Körpersprache eine große Rolle. Soziale Unterstützung mit Ruhe, Gelassenheit, Geduld und Souveränität zählt zu den wichtigsten Bausteinen der Verhaltensberatung.

"Es ist nur Verhalten. Jedes Verhalten kann verändert werden."
Karen Pryor, Hundetrainerin


Der wichtigste und wirkungsvollste Baustein jeder Verhaltensberatung ist das Verständnis der komplexen und vielschichtigen Mensch-Hund-Beziehung. Sie kann emotional sein, vermenschlichend, nüchtern oder gefühllos. Sie wird beeinflusst durch Erwartungen, Enttäuschungen, Bedürfnisse, Stimmungen, Unsicherheit, Angst oder Wut.

Hunde halten den Menschen mit ihrem Verhalten oft den Spiegel vor. Viele Probleme lassen sich lösen und Missverständnisse vermeiden, wenn die Beziehung klar und geordnet ist.

Emotionen sind überlebenswichtig

Verhalten hat eine Mitteilungsfunktion, ist es auffällig oder abweichend, zeigt der Hund, dass etwas nicht stimmt. Er versucht, das Ungleichgewicht zu bewältigen und wieder in Balance zu kommen. Eine wichtige Rolle dabei spielen Emotionen, wie Angst und Aggression, die für Hunde überlebenswichtig sind.

 „Wir müssen nicht immer zwischen Lob und Strafe wählen. Hunde haben selbst Verstand, den wir nutzen können, um Verhaltensänderungen zu erreichen.“
Grisha Stewart, Hundetrainerin

Ein gesunder und realistischer Blick auf den Hund hilft, Missverständnisse und falsche Erwartungen zu vermeiden. Gerade oft erzählte, aber wissenschaftlich wiederlegte Behauptungen gehören in den gedanklichen Papierkorb. Wer versteht, was es mit Rudel, Rangordnung oder Dominanz wirklich auf sich hat, kann Probleme und Verhaltensstörungen vermeiden.

VERÄNDERN - Management und Training

Das beste Verhalten unserer Hunde kommt aus ihnen selbst, nicht auf Signal. Denn Verhalten passiert einfach, umso vielfältiger es ist, umso besser für den Hund.

Wir sollten ihnen öfter die Chance lassen, Probleme und Konflikte selbst zu lösen und sie dabei unterstützen, gute und friedfertige Entscheidungen zu treffen. Es gibt aber auch Hunde, die brauchen mehr Unterstützung durch Signale und eindeutiges Verhalten ihres Menschen.

Keine Veränderung ohne Veränderung

Verhalten hat auch eine Kontrollfunktion, Hunde lernen, wie sie ihre Bedürfnisse nach Kontakt, Distanz, Nahrung oder Sicherheit erfüllen können. Ziel einer Verhaltensänderung sind Selbstsicherheit, soziale Kompetenz und alternative Verhaltensweisen.  

Dabei geht es um Kooperation, nicht um Konfrontation. Denn die Anwendung von Druck oder Strafe hat unvorhersehbare Folgen: Aggression, Unsicherheit, Angst oder andere Verhaltensauffälligkeiten können ebenso auftreten wie Hilflosigkeit und fehlende Motivation, überhaupt irgendetwas zu tun.

Verantwortung übernehmen

Schreien, zerren, Schreckreize oder Spritzer aus der Wasserflasche kommen im Verhaltensrepertoire eines Hundes nicht vor und führen deshalb immer zu Problemen. 

Verhalten verändern heißt: Vertraue deinem Hund, sorge für gute Lernmöglichkeiten und positive Erfahrungen, stärke das Selbstvertrauen, übernimm Verantwortung und kläre Handlungsspielräume mit Regeln und Grenzen – und das alles gemeinsam!